Text und Bild Nordseezeitung Bremerhaven;

Veröffentlicht am: 08.02.19 in der Nordseezeitung

Startsprung vor 100 Jahren

19 02 09 Vorbereicht GTV WK

„1919 wurde die Abteilung von mutigen Sportlern gegründet“, sagt Jens Schlüsing, der in den 1980er und 1990er Jahren Abteilungsleiter war und sich intensiv mit der Historie beschäftigt hat. Trainiert wurde damals – Frauen und Männer streng getrennt – an der Alten Luneschleuse. Ab 1923 ging es zusätzlich für ein paar Stunden in der Woche in das Marienbad in der Grazer Straße. Die GTV-Schwimmer wurden immer leistungsstärker – und setzten viele Ideen um. So veranstalteten sie das Weserstromschwimmen, bei dem es die Sportler zum Beispiel mit der Strecke von Blexen nach Bremerhaven aufnahmen. „Damals war die Strömung aber noch nicht so stark“, erklärt Schlüsing, der seit genau 50 Jahren Mitglied bei den GTV-Schwimmern ist.

Nach dem 2. Weltkrieg fingen die Schwimmer unter ihrem
jahrzehntelangen Abteilungsleiter Paul Rehkopf wieder ganz von vorne an, denn das Marienbad war zerbombt worden. Die Alte Luneschleuse diente erneut als Trainingsbecken – bis 1956 das Stadtbad neben dem Stadttheater eröffnet wurde. „Damals gab es nicht nur Schwimmer, sondern auch Turmspringer, Wasserballer und Synchronschwimmer“, sagt Schlüsing.

Mit der Entstehung des Stadionbades und des kleinen Schwimmbeckens am Schulzentrum Carl von Ossietzky war ab den 1970er Jahren „sehr viel Wasser“ da, betont der heutige Abteilungsleiter Gerold Schenk. Die GTV-Schwimmer waren leistungsstark und traten bundesweit bei Meisterschaften an. Aber auch der Breitensport wurde ausgebaut, Wettkämpfe wie das Schwimmfest um „Die Kogge“ oder auch seit 2014 das Internationale Haven-Meeting ausgerichtet.

Am Wochenende steht das traditionelle Einladungsschwimmen ganz im Zeichen des 100. Geburtstags der 300 Mitglieder starken Abteilung. „Jeder Starter und jeder Wettkampfrichter erhält eine Erinnerungsmedaille“, sagt Schenk. 19 Vereine aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen kommen zum Gratulieren. „Mit mehr als 1000 Meldungen haben wir 300 mehr als im vergangenen Jahr“, freut sich Organisator Schenk über das „Geburtstagsgeschenk“.

Wenn er auf frühere Jahrzehnte zurückblickt, dann stellt er vor allem fest, dass der Sport viel wissenschaftlicher geworden ist. „Früher ging es mehr nach Bauch und Zungenschlag. Außerdem ist das Wasser viel teurer geworden – die Bahngebühren sind stark gestiegen.“ Gleichzeitig habe sich aber die Qualität der Bäder enorm verbessert. „Wir haben mit dem Bad 3, das die Bädergesellschaft immer auf dem neuesten Stand hält, ganz tolle Möglichkeiten.“ Das kommt auch den Schwimmern zu gute: Am Sonnabend werden zum ersten Mal die neuen Rückenstarthilfen im Wettkampf benutzt.

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